ZDRAVKO LUBURIC

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Schoen Luegen

1

WER BIST DU UND WAS BIST DU

Du warst der Traum von Vögeln, und er, er ist die eisige Einheit von Ekel und Liebe einer Elegie noch voll von ozeanischem Licht oder das Heulen des Vergehens der Luft, die unhörbar widerhallt.

Die endlosen Nächte, sich selbst entblößend durch so viel Schweigen schreien an seiner Tür.

So brach die Erde aus diesem eingeschlafenen alten Mann hervor, und noch die Kälte der Hände, die er sich entgegen streckt, fällt in die Leere des zornigen Lebensglanzes.

Noch seine trockenen, heiseren Worte, verdorren, leichenleer, durchbrechen sein erstorbenes Schweigen.

Ein Lichtschein ohne Zeit und ohne Farbe, transparent, entfaltet sich in der stets kälter werdenden nahen Entfernung und ihn binden die Worte der versunkenen Erde, die aus vielem Schweigen dringen, sich wie aus einem Traum ergießen, in dem er sich ertränke, frei bis zu seinem Erwachen.

Er weiß, er ist noch ein Lichtschein über der Erde, mit dem er spricht, plötzlich, ganz, ganz, allein.

Dann höre seine Lippen, sie gehen über der Erde und die toten Finger der anderen aus düsterem Kristall, gegeißelt und verwundet, strecken sich immer mehr nach ihm aus.

Die zerbrochenen Wellen der Erde verteilen sie über nackten Toten.

 

2

NACHGEDUNKELTE EPOCHE

So geht er aus Todesringen hervor dem blassen Schatten seines Schicksals entgegen, presst seine alte Stirn an uralte Würde, dann wurde sein Zimmer überflutet mit den Mündern und sie schrumpften tief in der Erde zusammen.

Ach, welch herrliche unruhige Ruhe des lebendigen Quells,  irdischer Glanz, der geht und doch nicht geht.

Seine Lebenswunden gehen aus der Erde hervor nur um sich mit ihm auszuruhen.

Manchmal strahlten seine Augen auf, einer lebendigen Symphonie gleich, denn das Vergehen kehrt nicht zurück, dort in der Ferne liegt es wie eine Statue, wie zerfressenes, totes Eisen, das ihn leuchtend errichtet mit tastenden Berührungen.

Schau es an, ach berühre es und lasse es voll Verlassenheit und Wunden.

Das Präludium seines Lebens er ließ  voller Toter zurück, die mit der Dämmerung zwischen Licht und Gold heranrollen und wachsen mit der Kraft ihrer düsteren Gezeiten, gespeist von nackten Toten.

Sie sind heute das lauterste Schweigen, verstümmelt von Geruch, der durch ein Astloch hinausdringt in die nachgedunkelte Epoche.

 

 

 

 

 

3

VOLLENDUNG EINES NICHTS

In der Luft seine belastenden Gedanken verfrieren und werden kristallene  Zahl, Namen ohne Struktur.

Er ist außerhalb seines Körpers und zugleich in ihm wie in einer ewigen Dauer des Vergehens, das alle Lippen, langsam, ganz langsam durch den Tod verschloss.

Jetzt und in der Stunde seines Lachens die Menschenstimmen vereinigen sich mit geballten Fäusten, die Kuppel seiner Feigheit zerbrechend.

Er sah sich fortgehen durch die Fenster der zerfetzten Rose, die heult und nicht heult und ringt mit dem Leben, wie laute Münder, die aus dem Ozean dringen.

Von oben herab wollte er schauen das grüne Schweigen den steinernen Schatten gleich, denen die letzte Silbe der drohenden Asche ertönt.

Er weiß, das er jener kleine Baum der Jahrhunderte ist, der ununterbrochen unsichtbare Blutgluten in alle Kontinente tropft, ein eigener Schatten, gequält von verstümmelten Wunden, zerbrechlich wie unauflösbare Klarheit. Er ist die misshandelte  und eiskalte Klinge, die kristallene der blutigen Phantome, zertrampelt von ankommender Vollendung eines Nichts einer doch gegliederten Struktur.

Er ist Marmor von harten Küssen eines Rosenkranzes.

 

 

 

4

UND ES IST SINNLOS

Nur die Statuen der  vergänglichen Minuten pilgern vorüber, steinernen Schatten gleich oder die anderen Augen gehen hervor, eilend gleich einer Rose aus Asche.

Die Rose ist das Schluchzen der Asche, ihr Widerstand war ein niederstürzender Kaskadenstrahl.

Jetzt in der Einsamkeit der Zeit, auch im Verlauf seines Lebens, vorauseilende Hände in dem ewigen langen Blick erhoben sich augenblicklich aus einer Schlucht und die Zypresse auf einem Grab beugt sich nieder bis zur schweigsamen tiefen Grenze.

Sein heiseres und blindes Gehen kommt zurück, geht nicht weiter, im Schatten seines Lebens versiegt sein Lächeln nie, verschüttet in der Stunde der Demut  der heimlich bewachten Hoffnung, in einer von gehobenen Händen, beständig.

Auf seiner Erde ist aber kein Schatten, gefangen im Geheimnis des Vergehens schwebt er über der grünen Erde, manchmal als mannhaftes Licht auftauchend und gibt ihm und der Erde dämmerhellen Schimmer, der mit seiner Maske die Eiseskälte des ruhenden Fremdlings auf der Erde hinterlässt.

Und es ist sinnlos, dass du dich aus verirrter Ferne nach ihm umsiehst, der dich  rief von deiner Weite nachtbefallener Dinge, voller Blicke.

Er ist ein unbegrabenes Gestein, der in deinem Tod wartet auf den hellen Schatten unsichtbarer Agonie.

 

 

5

EINE SANFTE UNSICHTBARE HAND

Ein Traum ist das Leben, ein altes Leben ist eine Ferne des alten Lichtes, geschenkt der mitleidlosen weitverstreuten Mitternacht.

Du und er, ihr seid in seiner Asche, und wir sind in verschütteten Kernen verschlossen in Kaskaden  der schwebenden Leiber.

Und die verirrte Ferne dringt ein in den toten Marmor, sanft bedroht von dunklen Händen und zusammengerufenen Fäusten, lautlos mit der Nacht verschmolzen.

Sein unendliches Schweigen des schwarzen Marmors drang von Schweigen zu Schweigen dort hinab und hin zu den lebenden Toten fiel es.

Schreie der Verachtung, beleidigende Tränen, trauerbefallenes Schweigen wogten, alleine die Münder der Welt und die Nacht rührten schluchzende Statuen, die aus Stein wachsen, und elende  gestaltlose Kinder  stehen auf verstreuter Asche, vermummt in ihre Umhänge. Der Traum des Alten lief, die nachtverborgenen Gespenster zu bewachen.

Gib ihm dein Lächeln, dass es ihm folgt hinauszusteigen bis an den Grund der Grenzen mit seiner Seele und die Seele ist ein leerer, verlassener, unsichtbarer Platz von Haufen von wunden Stacheln.

Eine sanfte transparente Hand am Endschluss der Zeit entschwindet ins Nichts.

 

 

 

6

IN DER MITTE DER ERDE

Ein zitterndes Geflüster in der Nacht aus Erde steigt auf und hat zerbrechlichen Erdgeschmack.

Dorthin gelangt es und kehrt langsam, ganz langsam zurück, mit dunklem Schweigen bedeckt, mit unhörbaren Gesängen und verstreut sie aus seiner Kehle, singt tief, singt mit dem Lehm ein Geheimnis, zittert in kalter, feuchter, stiller Sterblichkeit des Tages, der sich erhebt und die Erde ist voll von unerbittlichen Augen.

Was bist du, was, in Schluchzen des Vergehens gekleidet?

Dein langer Schrei aus Lebenswunden erschaffen, brach aus deiner zerrissenen Gestalt hervor und üble alte Gerüche, von Stöhnen erklommen, türmen sich ins Schweigen, wo manchmal die steinernen Rosen auftauchen und drohendes Flüstern der Asche.

Wer bist du, wer, vielleicht der drüben dort, auf der anderen Seite des steinernen Schattens, mit vorauseilenden Händen  gepredigt.

Seine Lippen lächeln aus helltönender Einsamkeit.

Inmitten seines grausamen Monuments spricht ihm der lebende Tod immer dieselben Worte aus und alle Schattenworte im kalten Nebel kommen vermummt zu ihm wie Widerschein in begrabenes Schweigen.

Dieses Schweigen ist niemals getröstet, ist Gestalt in metallischer Finsternis wie Aschestaub, tief versunken in der Mitte der Dinge, die da sind, die in der Mitte der Erde sind, in der Mitte des Vergehen sind.

 

 

7

NEUNUNDACHTZIG JAHRE UND ERINNERUNG OHNE ZEIT

Für Dragan Hazler

Und der Alte erhob seine Augen zum Himmel, wo Er, der Gott schweigt.

Sein Schweigen beladen mit Blumen und Blumen und Toten war stumm, nur von einem unfassbaren Streicheln erfühlt.

Die Zeit betrachtet Ihn unablässig mit seinen einschüchternden Augen und spricht mit unterdrückter Stimme und verirrt sich in Gottesstimme – in langgezogenes Tuten der sichtbaren Bläue.

Der Alte wusste nicht woher die Stimmen der Zeit kamen oder weshalb sie hier sind, sie waren überall mit den Lippen zu treffen, und die Lippen sind voll und beinahe immer zusammengepresst.

Er stand auf und wanderte ziellos durch die gelben Straßen der Stadt Basel und horchte den langgezogenen Stimmen der angekommenen Menschen, die wieder langsam kommen, zahlreicher und zahlreicher, und sie waren überall zu treffen in der Stadt Slunj mit Blumen und Blumen, die von Überall und immerdar von endlosen Menschen getragen sind.

Bald knieten alle die Blumen mit abgewandten Blicken der Erinnerungen und sprechen durch das verborgene Schweigen zu Azur und erdhafter Vollkommenheit.

 

 

 

 

8

Seine ungebundenen, unbändigen, aufgehäuften Jahre und seine stolze Haltung erinnern sich Seiner Ergebung illusionslos.

Er hört die Nachtigallen auf allen Klagebäumen der Welt im Chor eines beständigen Sanges.

Und ganz erschöpft ist Er von gesättigter Welt und von Treue, Verrat und Hinterlist jener Schattengestalten, die auf grüner, warmer Erde verschmelzende Glut tragen, die nun welken, behutsam das Gold der Zeit verteilend und fallen vom Moder der Erinnerung.

Der Alte ruht in der eigenen verrichteten Reinheit, verstreut in fernen Ländern mit seiner kristallenen Totalität, sehr fern und tief wie antarktisches Früh Rot.

 

ÜBER DEN AUTOR

ZDRAVKO LUBURIC wurde 1942 in Pakrac, Kroatien, geboren.  Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller, im Verband der „Grenier Jane Tony“, Bruxelles sowie im Verband kroatischer Schriftsteller.

BISHERIGE  VERÖFFENTLICHUNGEN:

„Zerronnene Spuren des Lorbeerkranzes“, („ Rasplinuti tragovi lovorova vijenca“), Gedichte, in Kroatisch, KZ „Struga“, Struga, 1991, Mazedonien;

„Riječi koje samo vjetar prisluškuje“, („Worte denen nur der Wind lauscht“), Gedichte, in Kroatisch,  KDL „ Berislavić“, Slavonski Brod, 1992, Kroatien;

„Le pain de l’enfance, Gedichte, in Französisch, Verviers, 1997, Belgien;

„Requiem“, Gedichte in Kroatisch, „ Area“, Zagreb, 1998, Kroatien; (vertont vom deutschen Komponisten Miro Dobrowolny);

„Liline“, Gedichte, in Kroatisch, Zagreb, 2002, Kroatien;

„Unzerstörbare Lettern“ („ Mots Indestructibles“), Gedichte, in Deutsch und Französisch, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Weh’ den Besiegten“, Kalke-Verlag,  2003, Stuttgart;

„Glanz ohne Spur“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Liline, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Requiem“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Erniedrigt und beleidigt“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Unsichtbarer Ruf“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Ferne Gespräche“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Das leere Haus“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Im Name des Staates“, Kalke-Verlag, 2003, Stuttgart;

„Kalt und zart zugleich“, triga Verlag, Gelnhausen,1997;

„Liline“, Gedichte in Kroatisch, „ Stajergraf“, Zagreb, 2002, Kroatien;

„Weh’ dem Besiegten“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2oo3;

„Glanz ohne Spur“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003;

„Liline“, Triga Verlag, Gelnhausen,2002;

„Liline“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003,

„Requiem“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003;

„Ferne Gespräche“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003;

„Das leere Haus“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003;

„Im Namen des Staates“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003;

„Mady“, Kalke Verlag, Stuttgart, 2003;

„Molitva tmine“,(„Das Gebet der Finsternis“), Gedichte in der kroatischen ,UG Orion, Rijeka, 2005, Kroatien;

„Ivankovo I“, „Ivankovo II“, UG Essegg, Osijek, 2008;

„Slavonska simfonijaI I“, Slavonska simfonija II“, K. C. Kalliopa, Našice, 2008;

„Sveta mjesta od zemlje i kamena“, („Heilige Plätze der Erde und Stein“),UG Essegg, Osijek, 2008;

„Slawonische Symphonie I“, Slawonische Symphonie II“, („Slavonska simfonija I“, „Slawonska simfonija II“, UG Essegg, Osijek, 2008;

„Rasplinuti tragovi lovorovog vijenca“, („Zerronenne Spuren des Lorbeerkrances, UG Essegg, Osijek, 2009;

„Riječi koje samo vjetar prisluškuje“, („Worte denen nur der Wind lauscht“), Gedichte in Kroatisch, UG ESSEGG, Osijek, 2009;

„Miris pogorjela svjetla – sudbine u habitima I“I „ Miris pogorjela svjetla – Strašni prizori mraka II“, („Ruch verbrannten Lichts I“, „Ruch verbrannten Lichts II“), UG ESSEGG, Osijek, 2009;

„Ruch verbrannten Lichts I“, „Ruch verbrannten Lichts II“, („Miris pogorjela svjetla I“, „Miris pogorjela svjetla II“;

„Lennep“, Shaker Media Verlag, Aachen.2012;

„Weh“ den Besiegten, Shaker Media Verlag, Aachen, 2012;

„Iz glasa i daha“, („Aus Laut und Hauch“).UG Bagrem, Gradište, 2013. I. und II.;

„Geheimes Gelächter“, UG Hrast-Gunja, Gunja, Kroatien,2016;

„Gluho prisluškivanje „ , UG Essegg, Županja, 2014;

„Der Gott schaut und schweigt“, UG Hrast, Gunja, Županja, 2016;

„Bog šuti i gleda“, („ Gott schaut und schweigt“), UG Hrast, Gunja,2015.

EHRUNGEN:

2002 Reisestipendium des Auswärtigen Amtes nach Mazedonien;

2003 Reisestipendium des Auswärtigen Amtes nach Bosnien und Herzegowina.

2005 Reisestipendium des Auswärtigen Amtes nach Kroatien.

AUSZEICHNUNGEN:

2004 „Antun Branko Šimić“, Literaturpreis für sein Buch „Molitva tmine“, („Das Gebet der Finsternis“);

2007 „Kočićs pero“, Literaturpreis für das Buch „Ponižen i uvrijeđen“, ( „Erniedrigt und beleidigt“);

2018  „ Frau Leo Petrović i 65 subraće „ , 1 Literaturpreis, Široki Brijeg;

2003 Buch „Requiem“  vertont im „Requiem Konzert“ von Miro Dobrowolny;

1984 vertont in „Poeme Simphonique“ von albanischen Komponisten Pellumb Vorpsi;

2011 Mitglied der Internationalen Mediterranen Akademie Mazedonien;

2011 Mitglied der kroatischen Akademie der Wissenschaften und Kunst.

LITERATUR ÜBER DEN AUTOR:

Dubravko Horvatić

Aber es gibt in ihnen auch kräftige sprachliche Imaginationen mit hervorragenden Versen, wenn auch Gängiges. Doch ist hier zweifellos trotz aller entwaigen Einwände von einem echten Dichter zu sprechen.

Gojko Sušac:

„Die lyrische Expression Zdravko Luburic  beinhaltet alle tragischen Elemente des Seins.“

PRESSESTIMMEN:

„ … Gedichte, die man nicht erklären könnte, sondern fühlen müsse. Absicht des Autors ist

die Darstellung des Egoismus und der Einsamkeit der Menschen in der heutigen Zeit.“

Zdravko Luburic vereint in seinen Bildern  Gegensätzliches, sich eigentlich Abstoßendes: Schreie sind zugleich kalt und brennend, Schreie kommen nicht aus Mündern, sondern aus den Augen, – der Remscheider Lyriker schaft neue Inhalte sprachlichen Kontraste und Unvereinbarkeiten.

Gisela Schmoeckel, in Bergische Morgenpost, 1993

…den für Zdravko Luburic verbinden sich nur in Worten und Wendungen Bilder aus zwei Welten, die zu ungewohnte und neue lyrische Aussage führt.

Gisela Schmoeckel, Bergische Morgenpost, 1993.

Zdravko Luburic widmer seiner Wahlheimat  Lennep epische  Versgesänge. Wenn man nach Lennep kommt, kommt man nicht in eine Stadt sondern zu einer Schönheit. Man fühlt sich von den Jahrhunderten eingekreist. Zärtlichkeit liegt in der Stimme von Zdravko Luburic. Es klingt, als spräche er von einer bewunderten Geliebten. Luburic  bedichtet sie, besingt sie in Versepen von antikem Ausmaß, mit großem Atem und musikalischem Klang. Er holt weit über fünf Jahrhunderte in die Historie aus, fasst Themen wie den 30 jährigen Krieg oder den Lenneper Stadtbrand in Verse imaginiert mittelalterliches Leben. Er verneigt sich dichterisch vor Großen Persönlichkeiten: vor Albert Schmidt, dem „Wasserfoescher“ und Adolf Clarenbach, dem bekennenden Christen. Und er besingt die Mauern, die Gassen, die Glocken und die bergischen Wäldern, die sich um die Stadt schmiegen, in schwärmerischem Ton und zuweilen geradezu expressionistischen Sprachbildern.

Anne-Kathrin Reif, Remscheider General – Anzeiger, 2011.

In seinen Versepen holt er weit aus, von 1228 bis zum Ersten Weltkrieg geht Luburic in die Historie der Stadt Lennep zurück. Er besingt die alten Straßen. Gassen, Denkmäler und Größen wie Adolf Clarenbach in schwärmerischem Ton und mit ausdrucksstarken Bildern. Es sind die Zeilen eines genauen Beobachters, eines guten Zuhörers und eines Mannes, den philosophische Fragen beschäftigen. Was macht den Menschen aus? Wie viel Individuum steckt in einem?

Andriana Sakareli, Remscheider General – Anzeiger, 2013.

Der Lenneper Autor Zdravko Luburic veröffentlicht  zwei neue Bände Prosagedichtbände: „Geheimes Gelächter“ heißt der eine – „Der Gott schaut und schweigt“ der andere.

Luburić– 1942 im kroatischen Pakrac geboren, schreibt in drei Sprachen Die beiden aktuellen Bände liegen bereits in seiner Muttersprache  sowie in Deutsch vor.

Und wie um die (RGA-) Überschrift „Der Vielschreiber“ noch einmal zu bestätigen, erklärt er im selben Atemzug, dass er gerade an einem neuen Werk  sitzt; dessen Titel lautet „Auf der slawonischen Erde“; und es handelt von  posttraumatischen Störungen von Soldaten.  „Der Gott schaut und schweigt“, hier ist Effi die Protagonistin  (nach Effie Briest) ein Antagonismus  a la Anna Karenina – im Sinne einer Frau die sich selber nicht mehr erträgt und darum  – allein und ruiniert – gegen die Zeit als Schicksal  anschreibt.  Aber sie steuert nicht auf den Suizid zu, sondern erträgt das Leben, wie es ist, erklärt der Autor.

In Kroatien und Mazedonien ist er längst Mitglied der Akademien der Wissenschaften und Künste.

Thomas Witingen, Remscheider General-Anzeiger, 2015.

 

Zdravko Luburic (links) mit Nobelpreisträger Seamus Heaney

Struga Poetry Evenings, Struga, Mazedonien.

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